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Einsatz

Sieben neue Einsatztaucher bestehen anspruchsvolle Prüfung in Grauelsbaum

Veröffentlicht: 07.09.2026
Autor: red

Grauelsbaum/Bühlertal. Zehn Meter tief ohne Atemgerät, 40 Meter Streckentauchen im Schwimmbad, Rettungsübungen in bis zu 20 Metern Tiefe und komplexe Arbeiten unter Wasser: Wer die Prüfung zum DLRG-Einsatztaucher Stufe 2 besteht, hat einen langen Ausbildungsweg hinter sich. Am Wochenende vom 4. bis 6. September wurde die landesverbandsweite Prüfung des DLRG Landesverband Baden in Grauelsbaum und Bühlertal durchgeführt. Gastgeber im Bezirk Mittelbaden war dabei einmal mehr das Gebiet der DLRG Bühl-Bühlertal.

Acht Teilnehmer waren ursprünglich gemeldet, sieben traten schließlich zur Prüfung an. Gerade beim Einsatztauchen ist vollständige gesundheitliche Fitness zwingend notwendig. Schon eine leichte Erkältung kann ausreichen, um nicht ins Wasser gehen zu können. Für die sieben verbliebenen Anwärter lief das Wochenende dafür umso erfolgreicher: Alle bestanden ihre Prüfung.

Der Auftakt am Freitag verlief zunächst vergleichsweise trocken. Unterlagen wurden kontrolliert, der Zeitplan besprochen, Gruppen eingeteilt und der Ablauf des Wochenendes erklärt. Den theoretischen Prüfungsteil hatten die Teilnehmer bereits zuvor auf Bezirksebene absolviert. Die Ergebnisse wurden an den DLRG Landesverband Baden übermittelt. Da alle bestanden hatten, war keine Nachprüfung notwendig.

Am Samstag standen dann die praktischen Prüfungen im Mittelpunkt. Die Prüfungsordnung für Einsatztaucher Stufe 2 sieht unter anderem 10 Meter Tieftauchen ohne Gerät, 40 Meter Streckentauchen, 60 Sekunden Zeittauchen sowie verschiedene Einsatzübungen vor.

Für das Zeit und Streckentauchen konnten wir das Freibad Bühlertal als Location gewinnen. Die beiden 50-Meter-Bahnen bieten für eine solche Prüfung sehr gute Bedingungen. Für die DLRG Bühl-Bühlertal, den DLRG Bezirk Mittelbaden und das Prüfungsteam des DLRG Landesverband Baden ist diese Möglichkeit besonders wertvoll, weil damit nur eine Transferfahrt vom Prüfungsstandort in Grauelsbaum notwendig ist. Dass das Freibad die Durchführung ermöglicht hat, war deshalb ein wichtiger Baustein für den reibungslosen Ablauf des Wochenendes.

Der Schwerpunkt der Prüfung lag allerdings nicht auf sportlichen Einzelleistungen, sondern auf einsatznahen Aufgaben. Ein Einsatztaucher muss im Ernstfall unter schwierigen Bedingungen sicher arbeiten, einen Tauchtrupp einbinden und auch bei unerwarteten Situationen handlungsfähig bleiben.

Bei der Rettungsübung muss der Prüfling einen in 6 bis 20 Metern Tiefe „verunfallten“ Taucher erreichen. Der zu rettende Taucher wird kontrolliert an die Oberfläche und anschließend an Land gebracht. Danach folgen die medizinische Beurteilung nach einem vorgegebenen Unfallschema, die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen und gegebenenfalls eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. Auch ein Unfallprotokoll für den Notarzt gehört zur Aufgabe.

Weitere Prüfungsteile verlangen Leinenführung, Suchübungen, Unterwasserarbeiten mit und ohne technische Hilfsmittel sowie die Taucheinsatzführung eines Tauchtrupps. Eine der Aufgaben war beispielsweise eine Hebesackübung. Dabei reicht es nicht, unter Wasser technisch sauber zu arbeiten. Der Prüfling muss die Aufgabe planen, Material und Ablauf organisieren, die Durchführung verantworten und anschließend gemeinsam mit dem Prüfungsteam nachbesprechen.

Prüfungsleiter Torben Engesser zeigte sich mit der Gruppe sehr zufrieden. Die Anforderungen seien hoch, gerade weil die Teilnehmer nach erfolgreichem Abschluss für den Einsatz im Wasserrettungsdienst vorbereitet sein sollen. Bis zur Prüfung ist es ein langer Weg. Die Ausbildung zum Einsatztaucher Stufe 2 dauert in der Regel rund zwei Jahre. Bereits vor der Prüfung müssen zahlreiche Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören unter anderem das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber, das Deutsche Schnorcheltauchabzeichen, die Basisausbildung Einsatzdienste und das Aufbaumodul Schwimmen in fließenden Gewässern.

Entsprechend groß ist der personelle Aufwand hinter einem solchen Wochenende. Mehr Prüfer und Helfer waren in Grauelsbaum im Einsatz als eigentliche Prüflinge. Das Prüfungsteam des LV Baden kümmert sich um alles Prüfungsrelevante.

Parallel dazu arbeitete ein eigenes Organisationsteam des DLRG Bezirk Mittelbaden. Die Leitung übernahm Ulrich Warth, Referent Tauchen im Bezirk Mittelbaden. Während sich das Prüfungsteam auf die fachliche Durchführung konzentrierte, kümmerte sich das Organisationsteam um Unterkunft, Verpflegung und die Bedingungen vor Ort.

Gerade Grauelsbaum ist dafür besonders geeignet. Am Baggersee können die Freiwasserübungen stattfinden, gleichzeitig besteht die Möglichkeit, direkt am Prüfungsort zu übernachten. Die Gemeinde stellt dafür die Mehrzweckhalle zur Verfügung. Für die DLRG Bühl-Bühlertal und den DLRG Bezirk Mittelbaden ist das ein wichtiger Vorteil, denn vergleichbare Standorte mit Gewässer, Unterkunft und kurzen Wegen gibt es nur wenige.

Die Prüfung des DLRG Landesverband Baden rotiert regelmäßig zwischen den Bezirken. Der DLRG Bezirk Mittelbaden ist derzeit etwa alle drei Jahre an der Reihe. Wenn das der Fall ist, findet die Veranstaltung im Bereich der DLRG Bühl-Bühlertal statt. So hat sich Grauelsbaum inzwischen als fester Prüfungsstandort für den Bezirk etabliert.

Am Sonntag stand schließlich fest: Alle sieben Teilnehmer hatten die Anforderungen erfüllt und ihre Prüfung zum Einsatztaucher Stufe 2 bestanden.

Und wie es sich unter Tauchern gehört, endete das Wochenende nicht einfach mit einer Urkunde. Die neuen Einsatztaucher wurden traditionell mit der Tauchertaufe aufgenommen. Dazu gehört auch ein Schluck Sekt durch den Schnorchel.

Nach rund zwei Jahren Ausbildung, zahlreichen Übungsstunden und einem intensiven Prüfungswochenende dürfen die sieben Absolventen nun auf einen Abschluss zurückblicken, der weit mehr verlangt als sicheres Tauchen. Die Prüfung des DLRG Landesverband Baden zeigt, wie viel Ausbildung, Organisation und ehrenamtliche Arbeit notwendig sind, damit im Ernstfall qualifizierte Einsatztaucher zur Verfügung stehen. Für die DLRG Bühl-Bühlertal und den DLRG Bezirk Mittelbaden war das Wochenende zugleich ein gelungenes Beispiel dafür, wie gut sich die vorhandenen örtlichen Möglichkeiten in Grauelsbaum und Bühlertal für eine solche landesweite Prüfung nutzen lassen.

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